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Augenklinik und Poliklinik
Josef-Schneider-Str. 11
97080 Würzburg
Email: k-augen@ukw.de

 

 

Historische Entwicklung der Universitäts-Augenklinik Würzburg

Die erste - damals noch private - Augenklinik in Würzburg entstand im Jahr 1855 unter der Leitung von Prof. Robert von Welz. Als von Welz 1878 starb, vermachte er seine Klinik der Universität Würzburg. Unter seinen Nachfolgern erlebte die Klinik einen steilen Aufstieg.

In den Jahren 1964 bis 1987 machte der als "Glaukompapst" bekannte Prof. Wolfgang Leydhecker die Universitäts-Augenklinik Würzburg weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt. Von 1987 bis 1993 lag die Klinikleitung in den Händen von Prof. Anselm Kampik. Unter Prof. Kampik - trotz seiner jungen Jahre bereits ein international anerkannter Netzhautchirurg - wurde Würzburg ein bayerisches und deutsches Zentrum für die Behandlung von Erkrankungen der Netzhaut. Nach zwei Interimsjahren unter Prof. Gerhard Hasenfratz wurde im August 1995 die Leitung der Klinik an Prof. Franz Grehn übergeben. Professor Grehn ist ein international bekannter Glaukom-Fachmann.

In Zukunft soll Würzburg ein Zentrum sowohl auf dem Gebiet des Glaukoms als auch hinsichtlich der Netzhauterkrankungen sein.

Die Universitäts-Augenklinik Würzburg hat derzeit 68 Betten und ist eine der größten Augenkliniken in Deutschland. Im Jahr werden ca. 25 000 Patienten ambulant behandelt und mehr als 5000 Augenoperationen durchgeführt. Neben dem Klinikdirektor sind derzeit 6 Oberärzte/Innen und 21 Assistenzärzte/Innen sowie eine Reihe von Wissenschaftlern tätig. Es bestehen drei grundlagenwissenschaftliche Labore und ein klinisches Studienzentrum.


Die moderne Augenheilkunde beginnt in Würzburg im Jahre 1855 dank der engen Freundschaft zwischen Albrecht v. Graefe und Robert v. Welz. Welz, der eigentlich Gerichtsmediziner werden wollte, hatte schon mehrere Jahre als Universitätsdozent gewirkt, als er sich im Winter 1854 / 55 in Berlin bei Albrecht v. Graefe in der damals modernen Ophthalmologie ausbilden ließ.

 

Albrecht v. Graefe

Zurückgekehrt beschäftigte er sich seit dem Wintersemester 1855 / 56 vorwiegend mit Ophthalmologie und baute in Würzburg die erste Augenklinik auf. Albrecht v. Graefe, der Großmeister unseres Faches (1828 - 1870), war oft in Würzburg. Er stand seinem Freund mit Rat und Tat zur Seite. Schwierige Fälle, die er in Würzburg operiert hat, sind im "Archiv für Ophthalmologie" veröffentlicht.

1857 kauft v. Welz das staatliche Gebärhaus in der Klinikgasse Nr.6 und richtet es als Augenklinik ein. 1866 wird er vom Bayerischen König Ludwig zum ersten ordentlichen Professor der Ophthalmologie in Würzburg ernannt. Als er 1878 stirbt, schenkt er seine Klinik der Universität.

Unter seinen Nachfolgern erlebt die Klinik einen steilen Aufstieg. Es wirken an ihr Professoren, die zu den größten Ophthalmologen ihrer Zeit gehören. Von Würzburg aus erhalten sie Berufungen nach Berlin und München. Ihren Vorträgen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen wird in der Fachwelt größte Bedeutungen beigemessen.

Die Nachfolger von Prof. v. Welz sind:

  • Prof. Julius v. Michel  1878 - 1900
  • Prof. Carl v. Heß  1900 - 1912
  • Prof. Carl Wessely  1912 - 1924
  • Prof. Franz Schieck  1925 - 1937
  • Prof. Arnold Passow  1937 - 1945
  • Dr. med Leo Burlein, kommissarischer Leiter  1945 - 1947
  • Prof. Josef Scharf, kommissarischer Leiter  1947 - 1951
  • Prof. Walter Reichling  1951 - 1964
  • Prof. Dr. Wolfgang Leydhecker  1964 - 1987
  • Prof. Dr. Anselm Kampik  1987 - 1993
  • Dr. med. Hasenfratz, kommisarischer Leiter  1993 - 1995
  • Prof. Dr. med. Dr. h. c. F. Grehn  1995 - 2014
  • Prof. Dr. med. J. Hillenkamp seit 2014

Die erste Augenklinik in der Klinikgasse wird unter Prof. v. Michel um einen Flügel im medizinischen Kollegienhaus erweitert. 1901 entsteht eine neue Klinik am Röntgenring Nr. 12. Sie erhielt 1970 eine Nachfolgerin im Kopfklinikum gegenüber der heutigen Universitäts-Frauenklinik in der Joseph-Schneider-Straße, wo sie mit der neuen HNO-Klinik im selben Gebäude untergebracht ist. Zusammen mit den zweiten Bauabschnitt Kliniken für Neurologie und Neurochirurgie ist eine als Kopfklinik bezeichnete Arbeits- und Forschungsgruppe entstanden.

(Quelle: Die Geschichte der Augenklinik Würzburg, Heinz Fischer)